Henry Hübchen, geboren 1947 in Berlin, studierte an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin. Schon als Jugendlicher machte er erste Schauspielerfahrungen, nahm nach dem Abitur jedoch zunächst ein Physikstudium an der Humboldt Universität Berlin auf. Seine Erfolge als Theaterschauspieler gipfelten in der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Frank Castorf. Der Regisseur und sein Schauspieler wurden im Jahr 2000 gemeinsam mit dem Berliner Theaterpreis ausgezeichnet. Ein Jahr später erklärte das Magazin „Theater heute“ Henry Hübchen – wie schon 1994 – zum Schauspieler des Jahres.

Seine Rolle in Frank Beyers JAKOB DER LÜGNER (1974), dem einzigen Oscar®-nominierten Kinofilm der DDR, sowie Haupt- und Gastrollen machten ihn zu einem bekannten Gesicht in der DDR. Nach der Wende setzte er seine Karriere nahtlos im wiedervereinten Deutschland fort. Dieter Wedel besetzte ihn für die Fernsehmehrteiler „Der Schattenmann“ (1996) und „Der König von St. Pauli“ (1998), in Hartmut Schoens Thriller „Warten ist der Tod“ (1999) war er Teil des prominenten Ensembles, das mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Von 2003 bis 2005 spielte Henry Hübchen die Rolle des „Polizeiruf 110“-Ermittlers Tobias Törner und erhielt dafür den Adolf-Grimme-Preis Spezial, bevor er ab 2006 die Titelrolle in der Krimi-Reihe „Commissario Laurenti“ übernahm.

Zu der Zeit war Hübchen auch bereits in der deutschen Kinolandschaft eine feste Größe. Auf Leander Haußmanns Komödie SONNENALLEE (2000) folgte Carlo Rolas Gaunerkomödie SASS (2000), dann Hans Christian Schmids Ensemble-Drama LICHTER (2003) und Dani Levys Komödie ALLES AUF ZUCKER (2005). Für seine Rolle des Jacky Zucker, der sich mit seiner jüdischen Verwandtschaft arrangieren muss, erhielt Henry Hübchen den Deutschen Filmpreis und eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis. Weiterhin bewies er seine Wandlungsfähigkeit in immer neuen Rollen: in Andreas Dresens WHISKY MIT WODKA (2009) spielte er einen alternden Filmstar, in Alain Gsponers Romanverfilmung LILA, LILA einen literarisch talentierten Erpresser, in Philipp Stölzls GOETHE! (2010) den Vater des jungen Dichters, in Hermine Huntgeburths Mark-Twain-Verfilmung DIE ABENTEUER DES HUCK FINN (2012) einen Sklavenjäger und in Florian David Fitz' Komödie JESUS LIEBT MICH (2012) den zum Dorfpfarrer degradierten Erzengel Gabriel. Für seine Rolle als mürrischer Familienvater in Holger Haases Komödie DA GEHT NOCH WAS wurde er 2013 mit dem Ernst Lubitsch-Preis ausgezeichnet.

Zuletzt war er in RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN (2016) auf der großen Leinwand zu sehen.



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