Michael Gwisdek, geboren 1942 in Berlin, absolvierte die Staatliche Schauspielschule in Berlin. Seinen Engagements an verschiedenen Theatern folgten erste Rollen in Kino- und Fernsehfilmen. So war er im DEFA-Western DIE SPUR DES FALKEN (1968) zu sehen, glänzte als Kriegsheimkehrer Michael Mär in Kurt Maetzigs MANN GEGEN MANN (1975) oder spielte in OLLE HENRY (1982) einen Profiboxer, der nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen kann. Regisseur Hark Bohm holte Gwisdek für Kinorollen in den Westen. So spielte er in DER FALL BACHMEIER – KEINE ZEIT FÜR TRÄNEN (1984), DER KLEINE STAATSANWALT (1987) und YASEMIN (1988) mit.

1991 erhielt Michael Gwisdek für seine Leistung in Roland Gräfs DER TANGOSPIELER den Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller. 1999 nahm er auf der Berlinale den Silbernen Bären für seine Rolle in Andreas Dresens NACHTGESTALTEN entgegen. Die Berliner Filmjournalisten ehrten ihn für diese Leistung mit dem Ernst Lubitsch-Preis. Sein komisches Talent bewies Gwisdek 2003 in Wolfgang Beckers weltweit erfolgreicher Komödie GOOD BYE, LENIN!. 2008 erhielt er den Deutschen Fernsehpreis für seine Rolle in Roland Suso Richters „Das Wunder von Berlin“. Seinen zweiten Deutschen Filmpreis erhielt Gwisdek dank seiner Darbietung in Jan-Ole Gersters Tragikomödie OH BOY (2013).

Im Laufe seiner Karriere führte Michael Gwisdek auch wiederholt Regie. Für seinen Debütfilm TREFFEN IN TRAVERS erhielt er den Nationalen Filmpreis auf dem letzten Spielfilmfestival der DDR und wurde zu den Filmfestspielen in Cannes eingeladen. 1994 schrieb und inszenierte Gwisdek ABSCHIED VON AGNES, in dem er auch die Hauptrolle spielte. Zwei Jahre später lief seine Beziehungskomödie DAS MAMBOSPIEL im Wettbewerb der Berlinale. Das Filmfestival Max Ophüls-Preis widmete Gwisdeks Filmen im Jahr 2010 eine eigene Reihe.



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